Loc Start
Decrease font size  Default font size  Increase font size 

Ein neuer Name für die Seekuh aus dem Mainzer Becken

14.3.2017

Seekuh im Paläontologischen Museum in München wird Referenz zu einer neuen Gattung

Die fossile Seekuh im Lichthof des Paläontologischen Museums in München ist fester Bestandteil der Dauerausstellung seit 60 Jahren, weil es sich um ein ungewöhnlich vollständiges Skelett dieser Tiergruppe handelt. Sie stammt aus den “Mainzer Meeressanden”, welche rund um Mainz vor ca. 30 Millionen Jahren im Zeitalter des Oligozäns abgelagert wurden. Damals verband eine Meeresstrasse die Nordsee und den Vorläufer des heutigen Mittelmeeres. Die Fossilien der Seekühe sind Indizien für ein deutlich wärmeres Klima zur damaligen Zeit.

Die Wirbeltierpaläontologin Manja Voß und ihr Kollege Oliver Hampe, beide am Museum für Naturkunde in Berlin tätig und Spezialisten für marine Säugetiere der erdgeschichtlichen Vergangenheit, fanden nun heraus, dass die Münchner Seekuh eine Gattung repräsentiert, die sich von allen bisher bekannten Seekühen unterscheidet. Aufgrund der exzellenten Erhaltung des Münchner Skeletts erklärten es die Berliner Paläontologen in ihrer gerade erschienenen Veröffentlichung zum Holotyp, also dem Referenzstück zur neuen Gattung. Der Name der neuen Gattung, Kaupitherium, setzt sich zusammen aus dem latinisierten Wort zu Ehren von Professor Johann Jakob Kaup aus Darmstadt, der die oligozänen Seekuh-Funde aus dem Mainzer Becken erstmals 1838 beschrieb, und dem griechischen Wort für Tier. Von nun an hat die Seekuh im Paläontologischen Museum München also nicht nur einen neuen Namen, sondern sie erlangt auch weltweite Berühmtheit.

Ansprechpartner: PD Dr. Gertrud Rößner, Konservatorin für fossile Säugetiere, Bayerische
Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, Richard-Wagner-Str. 10, 80333 München,
089/21806609, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Foto: Das etwa 2,50 m lange Skelett von Kaupitherium im Paläontologischen Museum München.
Es ist Teil der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns – Bayerische
Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, und unter der Nummer BSPG 1956 I 540
inventarisiert. Foto: SNSB – BSPG, Manuela Schellenberger, Bildbearbeitung: Martine Focke.

 

Publikation: Voss, M. & Hampe, O. 2017. Evidence for two sympatric sirenian species (Mammalia, Tethytheria) in the early Oligocene of Central Europe, Journal of Paleontology http://dx.doi.org/10.1017/jpa.2016.147

Pressemeldung Museum für Naturkunde Berlin:
https://www.naturkundemuseum.berlin/de/Presse

 

 
E