Loc Start Bestände
Decrease font size  Default font size  Increase font size 

Sammlungsbestände

Die Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie beherbergt eine der größten geowissenschaftlichen Sammlungen Deutschlands und ist auch international von großer Bedeutung. Die Sammlung umfasst vor allem Fossilien, daneben sedimentäre, magmatische und metamorphe Gesteine sowie Meteoriten und Minerale. Die Zahl der aufbewahrten größeren Objekte beträgt über 2,5 Millionen. Hinzu kommen Kleinformen wie Foraminiferen, Muschelkrebse, Pollen und Algen, deren Zahl in die Millionen geht und nicht annähernd abgeschätzt werden kann.

Besondere Schwerpunkte sind Fossilien aus Bayern und angrenzenden Regionen. So besitzt die Staatssammlung eine der wichtigsten Kollektionen von Solnhofen-Fossilien, umfangreiche Bestände an Ammoniten, Bivalven und Gastropoden aus der Fränkisch-Schwäbischen Alb, Versteinerungen aus dem Alpenraum, den Molasseschichten des Voralpenlandes und eine Kollektion Bundenbach-Fossilien. Darüber hinaus befinden sich in der Sammlung bedeutende Fossilien aus vielen anderen Regionen, u.a. von klassischen Fundstellen in Griechenland, Ägypten, Australien, Pakistan, Iran, Südafrika und Texas. Die Sammlung ist überwiegend systematisch, also nach den verschiedenen Tier- und Pflanzengruppen geordnet.

Schwerpunkte der geologischen Bestände der BSPG liegen in der Lagerstättenkunde, Alpengeologie und Historischen Geologie. Die Bestände umfassen über 25 000 einzelne Gesteinsstücke, Erze und Minerale. Die Sammlung ist innerhalb der Schwerpunkte nach regionalen Kriterien geordnet.

Sammlungszuständigkeiten

Paläobotanik Prof. Dr. Michael Krings
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Paläozoologie I (Porifera, Cnidaria, Bryozoa, Brachiopoda, Spurenfossilien) Dr. Martin Nose
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Paläozoologie II (Mollusca) Prof. Dr. Alexander Nützel
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Paläozoologie III (Arthropoda, Annelida, Echinodermata, Hemichordata, Tunicata) PD Dr. Mike Reich
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Paläozoologie IV (Pisces, Amphibia, Reptilia, Aves) Prof. Dr. Oliver Rauhut
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Paläozoologie V (Mammalia) PD Dr. Gertrud Rößner
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Mikropaläontologie PD Dr. Mike Reich
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Geologie & Historische Geologie Dr. Markus Moser
Email: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Paläobotanik

Die paläobotanische Sammlung umfasst Stücke aus allen Abschnitten der Erdgeschichte. Naturgemäß am reichsten vertreten sind Reste aus dem Neogen und Quartär sowie eine Molassekollektion mit Blatt- und Fruchtfunden aus Bayern. Sehr umfangreich ist die Sammlung von Pflanzenresten der Oberpfälzer Braunkohle. An mesozoischen Pflanzen finden sich einmalige Reste aus den Solnhofener Plattenkalken, dem Lias Oberfrankens und Mittelfrankens und dem Sandsteinkeuper Unterfrankens. Vielfältig ist auch das Paläozoikum vertreten, vor allem aus der Privatsammlung "Max Hirmer".

Zu diesen Großfossilien kommen noch Pollen- und Sporenpräparate aus dem Neogen, Jura und der Trias, Kieselalgenpräparate aus dem Nördlinger Ries, Dünnschliffe und Handstücke von Kieselhölzern und anderen anatomisch erhaltenen Pflanzenteilen verschiedener Epochen, dazu Schliffe und Handstücke von Algen.

Mikropaläontologie

Die alten mikropaläontologischen Bestände fielen zum überwiegenden Teil dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Ab den 50er Jahren wurden neue Sammlungen aufgebaut, zunächst Foraminiferen, dann Ostracoden, Radiolarien, Coccolithen und Dinoflagellaten. Der zeitliche Rahmen der mikropaläontologischen Sammlung spannt sich vom Altpaläozoikum bis zur Jetztzeit mit Schwerpunkt auf Kreide und Tertiär.

Wirbellose

Die Sammlung fossiler Wirbelloser (Evertebraten) enthält eine große Anzahl von Typen, Originalen und Belegstücken zu wissenschaftlichen Arbeiten aus fast zwei Jahrhunderten. So ist trotz der enormen Kriegsverluste Material zu Arbeiten des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorhanden, die als Meilensteine der entsprechenden Forschung anzusehen sind, etwa Typus-Stücke aus der Sammlung des Grafen zu Münster. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg konnten bedeutende Kollektionen integriert werden, die auf Doktorarbeiten oder Grabungen von Staatssammlung und Universitätsinstitut zurückgehen.

Größere Materialmengen stammen insbesondere aus dem Jura, der Kreide und dem Neogen. Über Nachlässe, Schenkungen, Hinterlegung von Publikationsbelegen und Erwerbungen mit Hilfe des Fördervereins gelangten umfangreiche Sammlungen u.a. alpiner Fossilien an die Staatssammlung.

 

Fische und Amphibien

Die Sammlung fossiler Fische umfasst zwei Schwerpunkte: Knochenfische aus dem Eozän von Monte Bolca (Italien) und Fische aus den Solnhofener Plattenkalken, darunter sehr seltene Chimären, Haie, Rochen und Quastenflosser. An fossilen Amphibien sind vor allem Stegocephalen aus dem Rotliegenden der Pfalz und Böhmens, aus dem Perm von Texas und aus der Trias von Südafrika vertreten.

 

 

 

 

Reptilien und Vögel

Die Münchener Sammlung fossiler Reptilien genießt internationalen Ruf. Ihre ältesten Bestände stammen bereits aus dem 18. Jahrhundert, wie etwa der erste Fund eines Flugsauriers aus den Solnhofener Plattenkalken, den C. Collini 1784 beschrieb. Herausragend sind darüber hinaus insbesondere eine große Zahl hervorragender Schädel säugetierähnlicher Reptilien aus der Karroo-Formation Südafrikas, eine umfangreiche Kollektion von Flugsauriern und der erste und einzige Skelettfund des Zwergdinosauriers Compsognathus aus den Solnhofener Schichten.
Als wertvollstes Objekt der Sammlung fossiler Vögel ist das siebte Exemplar von Archaeopteryx, Archaeopteryx bavarica, zu nennen, welches 1999 mit Hilfe zahlreicher Spender angekauft werden konnte.

Eine Einzelfeder, ebenfalls von Archaeopteryx aus den Solnhofener Schichten gehört ebenfalls zu den prominentesten Fossilien dieser Sammlung. Sie wurde 1860 durch H. v. Meyer beschrieben und galt damals als der erste und geologisch älteste Beleg für die Existenz von Vögeln.

 

Säugetiere

Die säugetierpaläontologische Abteilung blickt auf eine lange Tradition zurück, zu der insbesondere Grabungen auf nahezu allen Kontinenten beitrugen. Zu den bedeutenden Beständen zählen Aufsammlungen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, u.a. Säugetierfossilien aus dem Obermiozän von Pikermi/Griechenland mit einer Reihe von Primatenresten, aus dem Eozän von Fayum/Ägypten und aus dem Neogen von Pakistan. Zunehmend Bedeutung gewinnen die zahlreichen Fundstellen Bayerns: Karstspaltenfüllungen tertiären Alters im Fränkischen Jura und Flußablagerungen der neogenen Oberen Süßwassermolasse.

Beide Fundstellentypen haben durch das Ausschlämmen von vielen Tonnen Material zu mehreren hunderttausend Objekten an fossilen Kleinsäugern geführt, die als Basis für eine moderne Bearbeitung unerlässlich sind. Hervorzuheben ist hier die Fossilfundstelle Sandelzhausen bei Mainburg, von der in jahrelanger Grabungstätigkeit tausende Wirbeltierreste geborgen werden konnten.

 

Geologie

Die geologischen Sammlungsbestände weisen entsprechend den Aufgabenbereichen und aufgrund der Forschungen an der Staatssammlung und dem früheren Universitätsinstitut mehrere Schwerpunkte auf. So entstand insbesondere über die lagerstättenkundlichen Forschungen nach dem Krieg eine umfangreiche Kollektion an Fördererzen, Begleitmineralien und Nebengesteinen von Erzvorkommen auf der gesamten Erde. Zu den besonderen Stücken des Sammlungsbereichs Regionale Geologie zählen Aufsammlungen Erich Kaisers aus der Diamantenwüste des heutigen Namibia zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

In der Sammlung zur Historischen Geologie werden neben Gesteinsstücken und charakteristischen Fossilien verschiedenster Zeitalter und Regionen auch entsprechende Gesteinsdünnschliffe und Bohrkerne aufbewahrt. Zusätzlich steht eine Lehrsammlung zu den Themen Allgemeine Geologie, Lagerstättenkunde und zum geologischen Aufbau Mitteleuropas zur Verfügung, die für Vorlesungs- und museumspädagogische Zwecke verwendet wird.

Regionale Schwerpunkte sind vor allem Bayern, angrenzende Länder, der Mittelmeerraum. Südafrika, Südamerika und die Antarktis.

 



 

 
E